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Nächstes Training beginnt im Oktober 2019



Living the Gestalt
Fachausbildung zum Gestalttherapeuten
Abschnitt I: Basistraining,  2 Jahre
Abschnitt 2: Aufbautraining, 1 Jahr
Separat buchbar

Ziel
Teilnehmer erwerben hier alles was sie brauchen um psychotherapeutisch zu handeln, so wie Fritz und Lore Perls es für die Gestalttherapie entwickelt und praktiziert haben. Absolventen werden in der Lage sein, Menschen in schwierigen Situationen  aufzufangen, sie durch Engpässe zu begleiten und sie bei der Bewältigung von Sinnkrisen zu unterstützen. Sie werden lernen, Klienten zu beobachten und ihnen zuzuhören, damit sie verstehen was in ihrem Inneren vorgeht. Sie werden erfahren wie es ist wenn man sich auf sein Gegenüber einschwingt und wie aus Wissen und Intuition therapeutische Handlungskompetenz erwächst.

Ansatz
Der Gestaltansatz führt zu einem grundsätzlich anderen Menschen- und Weltbild als der analytische Ansatz. Der Analytiker zerlegt das, worauf er sein Interesse richtet in immer kleinere Teile und glaubt, dass er es versteht wenn er erst den kleinsten Baustein gefunden hat. Das Lebendige wird man so nie verstehen, denn wenn man es zerlegt hört es auf zu sein. Im krassen Gegensatz dazu, führt der Gestaltansatz immer zum lebendigen Ganzen.  Nur wenn man die Menschen und Dinge wahrnimmt wie sie sind und sie in ihrer Ganzheit auf sich wirken lässt wird man sie verstehen – nicht durch Grübeln, sondern durch ein nach innen gerichtetes „Aha“. Jeder besitzt diese innere Weisheit, man muss sich nur wieder darauf besinnen.
Analyse trennt. Die Gestaltansicht führt wieder zusammen was zusammen gehört und endet in der Einsicht, dass wir nie getrennt waren vom Sinn, vom Leben, von der Schöpfung. Gestalttherapie bemüht sich, die Zersplitterung unserer Psyche zu stoppen, ihr entgegen zu arbeiten und abgespaltene Teile wieder zurück zu führen. Es geht darum wieder ganz zu werden oder besser, darum, die Ganzheit wieder zu entdecken, die nur verschüttet war.

Zielgruppe und Voraussetzungen
Wen sprechen wir mit diesem Training an? Ungefähr die Hälfte der Teilnehmenden kommt aus helfenden, heilenden und sozialen Berufen. Die andere Hälfte kommt aus unterschiedlichen anderen Bereichen.
Aber nicht die Berufsgruppe zeichnet die Menschen aus, die sich für „Living the Gestalt“ entscheiden, es ist vielmehr ein besonderer Punkt, an dem sie gerade in ihrem Leben stehen.  Ein Punkt, an dem sie wissen, dass sie einen Kick  für ihren persönlichen Prozess brauchen, etwas wie Sauerstoff, das in ihre innere Glut fährt, damit ein Feuer daraus wird. Es sind vorwiegend Menschen, die an der Reise nach Innen interessiert sind  und die dieses Interesse mit anderen teilen wollen.

 Teilnehmer sollten ca. 6 Selbsterfahrungswochenenden nachweisen können, darin enthalten sollte ein Seminar zum Thema „Primärtherapie“ sein.  Im Rahmen dieser Ausbildung wird eine Primärwoche mit Yoko Löffler angeboten, die separat gebucht werden kann. Meditationserfahrung sowie ein persönliches Interview mit einem der Trainer
sind erwünscht. 
Voraussetzung zur Zertifizierung: 10 Einzelstunden mit den Trainern.

Lehr- und Lernmethoden
 Erfahrungslernen ist uns wichtig. Es hat sich gezeigt, dass damit nachhaltig gelernt wird. Wir schaffen Situationen, in denen die Teilnehmer Erfahrungen machen können. Jeder soll sich selbst in der Therapeuten- und in der Klientenrolle erleben
Viel praktische Übung ist notwendig, um Haltung und Handlungsweise des Gestalttherapeuten zu trainieren und zu internalisieren
Die Gruppe selbst hat hier große pädagogische Bedeutung. Sie bleibt  von Anfang bis Ende beisammen. Es gibt kein rolierendes System. Sie bietet Kontaktmöglichkeit, ist Übungsfeld für soziales Verhalten, lehrt den Umgang mit Konflikten, ist das perfekte Milieu für persönliches Wachstum
Beispiellernen. Die Trainer arbeiten mit Teilnehmern vor der Gruppe. Durch Erleben und Miterleben springt manchmal der Funke über.
Vermitteln der geistigen Quellen aus denen Fritz und Lore Perls geschöpft haben. Das weite Feld der geistigen und spirituellen Einflüsse,  die zur Entstehung der Gestalttherapie beigetragen haben,  erarbeiten wir uns gemeinsam. Jeder Student übernimmt ein Thema und erarbeitet dazu ein Referat: Expressionistisches Theater, Existentialistische Philosophie,  Phänomenologie, Gestaltpsychologie, Zen-Buddhismus, Psychoanalyse,  Wilhelm Reich, Jacob Moreno, Max Reinhardt etc.  Kurz, alles was im zwanzigsten Jahrhundert progressiv war und was diese vitale Aufbruchsstimmung erzeugte, die Gestalttherapie heute noch kennzeichnet, kann zum Thema werden. Die Auswahl ergibt sich aus den Neigungen der Studenten.

 Themen und Termine
Orientierungswochenende – Der Sprung ins frische Wasser
05.-06.10. 2019
Das erste Wochenende der Ausbildung zeigt Gestalt-Übungen, Einzelarbeit und Gruppensitzungen, damit die Arbeitsatmosphäre der kommenden 2 Jahre rüberkommt. Interessenten können sich noch am Ende dieses Wochenendes für die gesamte Ausbildung anmelden.

Empathie, Akzeptanz, Authentizität
21.-24.11.2019
Wir erarbeiten uns die Haltung des Therapeuten, wie Carl Rogers sie für die klientenzentrierte Therapie entdeckt hat. Es ist zugleich ein Eintauchen in die Grundlagen der Humanistischen Psychotherapie, eine therapeutische Ausrichtung, zu der auch die Gestalttherapie gehört.

Wahrnehmung – Tor zu Bewusstheit
16.-19.01.2020
Was nimmst du jetzt wahr? Es gab so gut wie keine Sitzung bei Fritz Perls in der diese Frage nicht vorkam. Bist du dir bewusst? Nimmst du wahr? Alles dreht sich um Bewusstheit.

Hier und Jetzt – Imagination und der innere Dialog
Erste Gestaltwoche im Seminarhaus
23.- 29.03. 2020
Was hindert uns am inneren Wachstum? Nachsinnen hilft nicht. In Kontakt gehen mit den Regungen, Signalen, Symptomen des Körpers bringt uns weiter. Wenn direkte Erfahrung möglich wird, öffnet sich der Zugang zu den Botschaften aus tieferen und höheren Schichten unseres Seins. 

Grundlagen der Gestalttherapie – Der Gestaltbegriff
21.-24.05.2020
Der Gestaltbegriff und die Ganzheitslehre. Bedeutung der Gestaltpsychologie. Das organismische Denken. Wie Fritz Perls das Geflecht sozialer Beziehungen gesehen hat. Was heißt es, in Kontakt zu gehen mit sich und anderen.

Mann – Frau
16.-19.07.2020
Kann ich überhaupt jemanden verstehen, der so anders ist als ich? Zum Beispiel wenn er oder sie vom andern Geschlecht ist? Grosses Einfühlungsvermögen ist unerlässlich. Maximales Einfühlen passiert in der Identifikation. Das wird an diesem Wochenende geübt.

Psychodrama – Rollenspiel
17.-20.09.2020
Wir haben ja nicht selten das Gefühl, dass wir hier gerade etwas inszenieren. Wir kommen uns vor wie im Film, wenn uns der Chef, der Partner eine Szene macht … So hat die Psychotherapie mit dem Psychodrama nichts Neues erfunden; sie macht es nur bewusst.

Begleitung von Träumen
05.-08.11.2020
Im Umgang mit Träumen unterscheidet sich Fritz Perls ganz entscheidend von seinem Lehrer Sigmund Freud, dennoch gilt für beide: Träume sind der genialste Zugang zum Unbewussten.

Begriff der Neurose bei Fritz Perls
14.-17.01.2021
Neurose ist eine Wachstumsstörung, formulierte Perls, der komplizierten wissenschaftlichen Erklärungen immer skeptisch gegenüberstand. Dennoch prägte er vier Begriffe für unterschiedliche Formen von Neurose, die bei der gestalttherapeutischen Arbeit sehr hilfreich sind.

Aus dem Vollen – Zweite Gestaltwoche im Seminarhaus
22.-28.03.2021
In dieser Woche liegt der Fokus auf folgenden Schwerpunkten:
• üben zu zweit, üben zu dritt und üben unter Supervision
• wie kann ein Sitzungsprotokoll wie ein Fallbericht aussehen
• wir gehen noch einmal die Grundlagen der Gestalttherapie durch und machen sie durch Film- und Tonbandaufzeichnungen aus der Arbeit von Fritz Perls anschaulich
• Leben im Augenblick. Wenn wir gemeinsam wohnen, essen, arbeiten und meditieren, wird es tausend Situationen geben in denen sich prüfen lässt: bin ich im Hier und Jetzt. Lebe ich „the Gestalt“?

Gestaltdialog mit dem inneren Kind
13.-16.05.2021
Perls sprach von Topdog/ Underdog, von meiner herrischen und meiner hilflosen Seite. Heute gängiger, die Formulierungen „innerer Richter“ und „inneres Kind“, auf jeden Fall unerlässlich, damit therapeutisch zu arbeiten.

Integration und Abschluss
01.-04.07.2021
Präsentation der Fallberichte. Ausgabe der Zertifikate. Die Gruppe gestaltet den Ausklang.

Die gesamte Ausbildung beinhaltet 1 Wochenendseminar mit 2 Tagen, 9 Blöcke à 4 Tage und 2 Wochenblöcken mit je 6 Tagen in einem S eminarhaus. Das sind zusammen 50 Tage, also 400 Stunden Seminarzeit. Hinzuzurechnen ist die Zeit, die für Probesitzungen und für das Erstellen von Sitzungsprotokollen und Fallberichten benötigt wird.  Die veranstaltungsfreie Zeit soll für Kleingruppenarbeit zum Üben und für Probesitzungen genutzt werden.
Feedback einer Teilnehmerin:

„Die Living the Gestalt Ausbildung waren für mich zwei sehr, sehr intensive Jahre, die ich nicht mehr missen möchte. Ich weiß jetzt soviel mehr über mich, meine inneren Anteile und ganz nebenbei wurde mir beigebracht eine Haltung des Therapeuten einzunehmen, die mehr ist als ,nur‘ empathisch. Der Klient darf sein, wie er ist! Es war eine Abenteuerreise zu mir selbst, zu einer Gestalttherapeutin und zu einem für mich viel entspannterem Leben. Ich würde jedem diese Ausbildung ans Herz legen, der ein bißchen Mut mitbringt ins kalte Wasser zu springen, denn es ist immer einer da, der dir hilft.“
—Svenja Niggl


mehr Infos unter:  www.gestalttherapie-esslingen.de
Anfragen unter:devaprem@web.de

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