Meine Klientin Erika hat sich vor drei Jahren von ihrem Mann getrennt. Seitdem lebt sie mit ihren beiden Kindern in einer Dreieinhalb-Zimmer-Wohnung. Edmund ist dreizehn, Luisa zehneinhalb Jahre alt. In den letzten Wochen ist Edmund zunehmend schwierig geworden. Er beschimpft seine Mutter und richtet seine Wut lautstark gegen Erikas neuen Freund. Immer wieder macht er ihr Vorwürfe: Sie solle sich mit dem Papa versöhnen und den fremden Mann nicht mehr bei ihnen übernachten lassen. Für Erika wird daraus ein immer heftigerer innerer Konflikt. Sie versteht ihren Sohn, nimmt seine Not ernst – und steht genau deshalb zwischen ihm und ihrem neuen Partner. Je mehr sie versucht, beiden gerecht zu werden, desto stärker quälen sie Schuldgefühle. Sie fragt sich, ob sie mit ihrer Trennung gegen eine tiefere Ordnung verstoßen hat. Ich persönlich habe dazu natürlich eine Meinung. Doch als ihr Therapeut ist es nicht meine Aufgabe, sie zu belehren. Meine Aufgabe ist es, sie dabei zu begleiten, ihre eig...
wir bilden Heilpraktiker und Menschen aus heilenden und helfenden Berufen in humanistischer Psychotherapie aus. Hier geht es darum, wie wir das machen und was uns dabei durch den Kopf geht. www.gestalttherapie-esslingen.de