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 Lest unten eine Probe aus meinem neuen Buch "Transpersonale Gestalttherapie"     Der Gestaltbegriff Erst wenn es ganz ist, hat es Gestalt angenommen. Stell dir vor, du ziehst mit deiner Horde von ca. 30 Menschen durch das steinzeitliche Europa, vor rund 25000 Jahren. Der Herbst zieht in die Kölner Bucht, ihr könnt riechen, dass der Winter naht. Ihr habt die letzten Früchte von den Bäumen gegessen und ihr wisst, so gut wie die Zugvögel, dass es wieder wärmer wird, wenn ihr nach Süden zieht. Ihr verlasst also euren sommerlichen Lagerplatz und wendet euch flussaufwärts, Richtung Bodensee. Ehe der Rhein nach Osten zum See hin abknickt, verlasst ihr den Fluss und durchquert die Gegend, die wir heute Burgundische Pforte nennen. Ihr erreicht die Rhone und folgt ihr bis zum Mündungsdelta. Ihr wollt ans Mittelmeer. Hier gibt es Schnecken, Muscheln und Krebse, Beeren und Wurzeln und vor allem laue Nächte. In fünf Monaten werdet ihr wieder die Rhone hinauf und den Rhein hinunter
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Das Transistorradio und die Gestalttherapie

Die Gestalttherapie war für die Psychotherapieszene der 1950er und 60er Jahre, was das Transistorradio damals für den Elektronik-Markt war: Beides war aufsehenerregend und beides war für konservative Denker eine Provokation. Das Westentaschen-Transistorradio wie auch die Gestalttherapie erschienen den Zeitgenossen wie aus dem Nichts erschaffene Innovationen. Dabei hatte weder die Firma Sony den Transistor erfunden, den hatten die Amerikaner schon 1947 zur Serienreife gebracht, noch hatte Fritz Perls den Gestaltgedanken als erster gehabt, das war den deutschen Gestaltpsychologen bereits gelungen, als Fritz Perls noch ein Schüler war. In beiden Fällen bestand die Genialität darin, bereits vorhandene Elemente in einem großen Wurf zu etwas Neuem, Einzigartigen zusammenzufügen. Die Sony-Ingenieure taten weiter nichts, als einen Gedanken aufzugreifen, der bereits existierte: die Idee eines handlichen, kleinen, tragbaren Radios. Sie ersetzten die herkömmlichen Röhren in den Empfängern

Opfer

                                 Manches Mal habe ich den Verdacht, dass wir mit unserem unentwegten, allumfassenden Verständnis bei unseren Klienten das Ende der Therapie unnötig hinauszögern oder , in Fällen, sogar das Gegenteil dessen bewirken , was wir dem Klienten wünschen. Anstatt ein selbstbestimmtes, bewusstes Leben zu fördern, verlängern wir, ohne es zu wollen, die Zeit der Abhängigkeit und Unselbständigkeit. Ja, natürlich, wir hämmern es unseren zukünftigen Therapeuten ein: Was du brauchst, ist erstens die Haltung und zweitens die Haltung und drittens die Haltung. Unsere Schüler und die Kollegen in der Supervision hören das . Sie verstehen: Du musst zugewandt sein, zuhören und auf den Klienten eingehen und sie handeln danach. Doch unversehens wird eine Masche daraus.. Das Mäntelchen des Verständnisvollen wird angelegt. Sie bemühen sich Achtung und Wertschätzung zu zeigen, aber einfühlsames Zuhören und Wertschätzen scheinen bereits alle Aufmerksamkeit zu absorb

Der innere Kompass und die Gesprächstherapie

Viele meiner Klienten kommen erst in die Praxis, nachdem etwas Einschneidendes in ihrem Leben geschehen ist. Unfall, Todesfall, der Partner hat sich getrennt, die Arbeitsstelle wurde überraschend gekündigt. Das Ereignis selbst ist schlimm und kaum auszuhalten, aber was dann hinterherkommt ist oft noch viel schlimmer: Die Einsicht, dass sie sich getäuscht haben, dass sie einer Illusion aufgesessen sind. Frank hatte all die Jahre geglaubt, er habe eine Anstellung auf Lebenszeit. Erst durch die Kündigung wurde ihm überhaupt klar, dass er die Überzeugung, „mein Arbeitsplatz ist sicher“, in sich getragen hatte. Jetzt hatte er keine Arbeit mehr und es wühlte in ihm der Ärger. Er warf sich selbst vor, naiv gewesen zu sein. „Wie blöd muss man sein, in diesem System irgendjemandem zu vertrauen?“ Jetzt ging es in seinem Kopf herum wie ein Mühlrad: Was hätte ich anders machen sollen, was hätte ich früher erkennen müssen etc. Das Karussell der Gefühle stand auch nicht mehr still. Wut, Has

Nächstes Training beginnt im Oktober 2021

Living the Gestalt Fachausbildung zum Gestalttherapeuten Abschnitt I: Basistraining,  2 Jahre Abschnitt 2: Aufbautraining, 1 Jahr Separat buchbar Ziel Teilnehmer erwerben hier alles was sie brauchen um psychotherapeutisch zu handeln, so wie Fritz und Lore Perls es für die Gestalttherapie entwickelt und praktiziert haben. Absolventen werden in der Lage sein, Menschen in schwierigen Situationen  aufzufangen, sie durch Engpässe zu begleiten und sie bei der Bewältigung von Sinnkrisen zu unterstützen. Sie werden lernen, Klienten zu beobachten und ihnen zuzuhören, damit sie verstehen was in ihrem Inneren vorgeht. Sie werden erfahren wie es ist wenn man sich auf sein Gegenüber einschwingt und wie aus Wissen und Intuition therapeutische Handlungskompetenz erwächst. Ansatz Der Gestaltansatz führt zu einem grundsätzlich anderen Menschen- und Weltbild als der analytische Ansatz. Der Analytiker zerlegt das, worauf er sein Interesse richtet in immer kleinere Teile und gla